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Pole Dance Wettkampf: Spotlight für Aerial Amity Art

Dsisclaimer: Hierbei geht es um meine persönliche Erfahrung und Meinung!


Auch in Deutschland werden es immer mehr Wettkampfe. Auf den ersten Blick ist es schwer zu sagen, welcher Wettkampf es wirklich wert ist. Ich berichte dir von meiner Erfahrung als Pole Cleaner, Zuschauer und Teilnehmer bei der Pole Competition Aerial Amity Art.


Aerial Amity Art ermöglichte den Pole Dancern erstmals 2023 ihr Können auf der Bühne unter Beweis zu stellen. Die Competition wird seitdem von umwerfenden und unterhaltenden Drag Queens moderiert, wodurch niemals Langeweile aufkommt. Als Gründerin und Veranstalterin ist Miriam Saroos auf jedem Wettkampf zu finden und holt sich seit Beginn bekannte und erfahrene Pole Dancer wie Annemarie Kot oder Lea Roth als Judges an Bord. In diesem Jahr konnten die Teilnehmer aus 14 Kategorien auswählen - von Pole Kids & Teens bis hin zu Single, Exotic, Group und Hoop - welche teilweise noch in die Level Amateur, Advanced und Elite unterteilt werden. Sie fand jedes Jahr in einer neuen Halle statt und war dieses Jahr in der Rudolf Wild Halle in Eppelheim zu finden.


Meine erste Bekanntschaft macht ich 2023 mit der Aerial Amity als Pole Cleaner. Nachdem ich bereits mit anderen Wettkämpfen schlechte Erfahrungen gemacht hatte, wollte ich für eine mögliche spätere Teilnahme zunächst hinter die Kulissen schauen. Es war ein sehr schöner Tag und da genug Cleaner eingeteilt wurden, war es auch nicht übermäßig anstrengend. Eine Freundin und ich konnten hautnah die Aufregung und Vorfreude der Teilnehmer miterleben und sehr viele tolle Performances von der Seite beobachten. Es war zeitlich perfekt getimt, zum Teil waren wir sogar zu schnell!


Aerial Amity als Zuschauer in 2024
Aerial Amity als Zuschauer in 2024

Im darauffolgenden Jahr sind wir als Zuschauer hingefahren, um die Auftritte in Gänze sehen zu können. Es war eine wunderschöne Stimmung, nicht kompetitiv sondern extrem unterstützend. Pole Dancer die gestürzt sind oder einen Fehler gemacht haben, wurden vom Publikum und abhängig von der Pole Studio Zugehörigkeit lautstark supportet und motiviert. Das hat mich überzeugt und ich wagte mich mit einer Freundin 2025 zur Teilnahme im Exotic Double.


Vor dem Wettkampf


Es muss kein Video eingereicht werden, um sich anmelden zu können. Es gibt lediglich eine begrenzte Teilnehmerzahl, die nicht überschritten wird. Nach der Anmeldung trafen die ersten E-Mails mit Informationen ein und wir machten uns an die Vorbereitung. Das heißt, Regelwerk checken, Choreo planen und Unterkunft vor Ort buchen. Leider wurde Exotic Double im Regelwerk nicht konkret aufgeführt, nur Exotic Single oder Double, sodass wir zu Beginn verunsichert waren. Über Insta konnten wir jedoch alle unsere Fragen loswerden und haben recht zeitnah eine Rückmeldung erhalten.


Kurz vor dem Wettkampf wurde dann der Song mit allen notwendigen Informationen eingeschickt und der Bühnenplan veröffentlicht. Wir hatten zuvor mit einem anderen Abstand zwischen den Poles trainiert und mussten nochmal etwas umplanen. Dann kam der nächste Schock - es sollen Poles mit 42 mm genutzt werden. Nach einer Umfrage, in der die meisten sich 45mm gewünscht haben, wurde jedoch darauf eingegangen und auf eben diese umgestellt. Als Exotic Double hat uns zudem der vergleichsweise sehr große Teller am Boden überrascht. Es kamen Sorgen auf, ob dies bei Low Flow Elementen ein Problem darstellen wird. Doch diese Sorge hat die Vorfreude absolut nicht getrübt, wir konnten den Wettkampftag kaum erwarten!


Wettkämpfe sind nichts für Langschläfer


Wir sind den Tag vorher angereist, da unser Zeitplan sonst nicht aufgegangen wäre. Der Check-In fand von 8 bis 9:15 Uhr und die Stangenprobe von 08 bis 9:45 Uhr statt. Der Check-In war super schnell erledigt und wir machten uns direkt auf zur Stangenprobe. Die Halle hat uns sehr begeistert! Die Zuschauerplätze waren aufgeteilt auf Plätze im vorderen Bereich an länglichen Tischen und im hinteren Bereich auf Stühle, die auf einer nach hinten aufsteigenden Tribünen standen, wodurch für jeden der Blick frei sein sollte. Die Bühne war erhöht und die Stangen standen 3 Meter auseinander.


Leider hat es länger gedauert bis wir die Stangen testen konnten, da einige sich seeehr viel Zeit gelassen haben und die Bühne scheinbar gar nicht mehr verlassen wollten. Hier wäre ein Zeitplan oder eine Aufpasser toll gewesen, um lange Wartezeiten zu vermeiden. Schlussendlich probten wir die zuvor festgelegten schwierigsten Elemente im Schnelldurchlauf und machten uns weiter in den Warm-Up Bereich.


Warm-Up-Raum ? Nein Halle!


Richtig gelesen - wir hatten eine riesige Turnhalle fürs Warm-Up! Eine Menge Pole Dancer haben den gesamten Tag bis zu ihrem Auftritt in dieser Halle verbracht. Es gab sehr viel Platz, sodass jeder sein Fleckchen bekommen hat. Es wurde in der Mitte der Halle eine Stage aufgebaut, an der die Teilnehmer ihre Choreo jederzeit durchgehen konnten. Das Einzige, das in der Halle gefehlt hat, waren weitere Schminktische und Stühle, da die wenigen vorhandenen Plätze durchgehend belegt waren.


Daher platzierten wir uns an einer Bank und begannen das Make-Up. Insgesamt verbrachten wir fast 10 Stunden in der Halle, wovon ca. 5 Stunden für Make-Up und Haare herhalten mussten.


Es war so schön im Laufe des Tages zu sehen, wie die Kostüme und Gesichter aller Teilnehmer immer mehr Gestalt annahmen. Es wurde sich meistens so viel Mühe gegeben und so viel Zeit für das Gesamtbild investiert! Im Laufe der Zeit lernten wir mit immer mehr Teilnehmer*innen kennen und waren natürlich auf die anderen Exotic Doubles gespannt. Nachdem endlich Make-Up und Haare saßen, konnten wir uns etwas entspannen und auch einige der anderen Performances bestaunen. Schlussendlich gab es einen zeitlichen Verzug von ca. 1,5 Stunden, sodass wir mehr als genug Zeit für viele Exotic Performances hatten und nochmal die anderen Exotic Doubles kennenlernen konnten. Die Stimmung war einfach der Hammer! Man wurde sofort angesteckt und hat richtig Lust bekommen, endlich auf der Bühne zu stehen.


It's Showtime!


Durch die Verzögerung war es etwas schwer zu folgen, wann man dran sein wird. Daher gingen wir gegen 16.30 Uhr wieder zurück in die Halle, um uns vorzubereiten. Die Aufregung wuchs stetig und irgendwann konnten wir es kaum mehr erwarten. Die stetige Anspannung wird auch irgendwann wirklich ermüdend!


Dann endlich, nur noch wenige Performances bis wir dran waren. Also wurde alles, was nicht niet und nagelfest war, festgenäht oder mit Fashiontape und Wimpernkleber festgeklebt. Nachdem wir uns warm gemacht haben wir es auch schon soweit. Wir hatten das Glück direkt nach einer Pause dran zu sein.


Wir packten all unsere Sachen und bauten unsere Kulisse noch während der Pause auf. Die Aufregung war zu dem Zeitpunkt kaum noch auszuhalten! Bei der Vorstellungsbesprechung mit der lieben Maxima baten wir noch um lautere Musik, da wir zuvor gehört hatten, dass sie zum Teil zu leise war. Auch darauf wurde sofort eingegangen und unser Wunsch umgesetzt.


Und plötzlich ging alles unfassbar schnell. Nach unserer Vorstellung und dem Vortragen unserer Geschichte, begaben wir uns in den von Lichtschaffen liebevoll benannten "Gordischen Knoten". Unsere Performance erzählte die Geschichte zweier friedlicher Walddryaden, die Ihren Wald mit aller Macht vor Eindringlingen schützen würden:


"Tief im Herzen des Waldes, wo die Bäume leise flüstern, weben die Walddryaden ihre uralte Magie. Sie sind die stillen Hüter der Natur, eins mit jedem Baum und jedem Tropfen Tau. Doch wenn die Harmonie zerbricht und gierige Hände das Heilige entweihen, verwandeln sich die sanften Dryaden in etwas Gefährliches. Ihre anmutigen Gestalten verzerren sich zu unheilvollen Nymphen, deren Tanz zugleich betörend und verhängnisvoll ist. Mit jeder Bewegung rufen sie Stürme herbei und locken Eindringlinge ins Verderben. Kein Sterblicher, der ihrem Tanz verfiel, fand je den Weg zurück."


Unsere Aerial Amity Startpose "Gordischer Knoten" (Lichtschaffen, 2025)
Unsere Aerial Amity Startpose "Gordischer Knoten" (Lichtschaffen, 2025)

Wir waren unendlich dankbar dafür, dass die Musik zum perfekten Zeitpunkt gestartet wurde und wir nicht ewig in dieser anstrengenden Pose verharren mussten! Das Adrenalin setzte ein und die unendliche Freude auf der Bühne zu stehen. Das ist der Moment, auf den wir wochenlang hingearbeitet haben, viele Stunden Recherche und so viel Herzblut in die Outfits, die Geschichte und die Choreo gesteckt haben. Die Lichtwechsel waren perfekt getimt und wir konnten unsere Vorstellungen perfekt umsetzen. Die Performance vergingen wie im Flug, es hat sich eher nach einem Atemzug angefühlt als einer vierminütigen Choreo.


Aerial Amity Perfomance Endpose (Lichtschaffen, 2025)
Aerial Amity Perfomance Endpose (Lichtschaffen, 2025)

Die Siegerehrung


Nach der Performance setze die volle Entspannung ein - wir haben es geschafft! Wir wurden herzlich von all unseren Freunden empfangen und beglückwünscht. Es ist kaum mit Worten zu beschreiben, was für ein Gefühl das ist die gemeinsame Idee endlich als Double zum Leben erwecken zu können. Wir hatten das Glück alle Exotic Double Choreos sehen zu können und allesamt waren einfach der Hammer!


Nach der letzten Performance hieß es warten, da die Jury sich beriet. Und dann kam der Moment der Wahrheit! Wir standen alle gemeinsam auf der Bühne und konnten hautnah die Emotionen miterleben. Auch wenn man in einige enttäuschte Gesichter blicken konnte, so haben selbst diejenigen ohne Platzierung sich ehrlich für die Gewinner mitgefreut. Da in unserer Kategorie nur drei Doubles angetreten sind, war klar, dass jeder von uns aufs Treppchen kommen würde. Trotz der wirklich guten Konkurrenz konnten wir den 2. Platz belegen und haben uns unendlich gefreut! Wir kamen aus dem Strahlen nicht mehr raus :D


Aerial Amity Siegerehrung der Kategorie Exotic Double (Lichtschaffen, 2025)
Aerial Amity Siegerehrung der Kategorie Exotic Double (Lichtschaffen, 2025)

Es wurden noch alle Wertungsbögen verteilt und kurz darauf ging es für uns auch schon nach Hause. Im Nachhinein gab es Punktzahl- und Platzierungsänderungen, da es Fehler bei der Auswertung gab. Darauf wurde sehr schnell und transparent reagiert, sollte jedoch nicht mehr vorkommen, um der Glaubwürdigkeit der Veranstaltung nicht weiter zu schaden.


Die Wertung war in unserem Fall gut nachvollziehbar, wobei wir uns noch mehr konkrete Verbesserungsvorschläge gewünscht hätten. Unsere Motivation war auf dem Heimweg unendlich hoch, wir kamen kaum aus dem Reden und Reflektieren raus. Während der Fahrt wurde dann schon die nächste Performance gebrainstormed!



Mein Fazit


Das Team rund um Miriam gibt sich Jahr für Jahr unfassbar viel Mühe mit der Organisation der Competition. Die Stimmung sowohl unter den Zuschauern als auch unter den Teilnehmern war immer super supportiv und motivierend, selbst unter der Konkurrenz herrschte wirklich ein tolles Miteinander. Es gab keine Patzer in der Musik oder dem Licht, im Gegenteil es wurde perfekt ausgeführt! Die Halle war super ausgewählt und die nach hinten aufsteigende Tribüne ermöglichte allen eine tolle Sicht auf die Bühne.


Es gibt in einigen Punkten wie der Stangenprobe und dem Zeitplan auf jeden Fall noch Verbesserungsmöglichkeiten, aber alles in allem ist es wirklich eine unfassbar gelungene Veranstaltung, die ich persönlich jedem empfehlen würde - egal ob als Zuschauer, Pole Cleaner oder Teilnehmer. Für uns wird es definitiv nicht das letzte Mal gewesen sein!

1 Kommentar


Sehr schöner und aus meiner Sicht voll zutreffender Erfahrungsbericht! Für mich war es der bis jetzt am besten ausgeleuchtete Wettbewerb. Schön war, dass die Bühnenbauer meine Wünsche und Anregungen bezüglich der Beleuchtung vom letzten Jahr aufgenommen und umgesetzt haben- Klasse und danke!


Das Sahnehäubchen habt Ihr vielleicht nicht mehr mitbekommen...es gab noch einen Heiratsantrag auf der Bühne...

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