Pole Camp Erfahrung – Luxus Pole Reatreat in Dubai
- Diana Neubauer

- 27. Juni 2025
- 14 Min. Lesezeit
Sonne, Luxus und das beste Heels Pole Line-Up, dass ich mir vorstellen konnte. Nach der letzten Eskapade wollte ich dieses Mal mehr Komfort und Qualität. Doch kann dieses Camp seine Versprechen halten? Hier erfährst du alles über mein 5. Pole Camp Erlebnis.
Zunächst ein kurzer Disclaimer: Es handelt sich hierbei um meine eigene Meinung, also einem subjektiven Bericht. Es kann sein, dass die Meinungen zu Pole Camps aufgrund vieler Einflussfaktoren wie Erwartungen oder Erfahrungen stark variieren. Daher solltest du dich umhören und weitere Meinungen einholen. Dies wird ein sehr ausführlicher Bericht. Springe daher gerne zu den Bereichen, die dich interessieren und ließ zum Schluss eine Zusammenfassung.
Kapitel
Das Pole Camp fand vom 25.04 bis zum 02.05.2025 in Dubai statt. Erneut eine ganze Woche lang Pole Workshops auf Heels! Laut dem Insta-Post vom 3. September 2024 sollte das Pole Camp folgendes beinhalten:
7 Nächte im Mövenpick Lake Towers
7 Frühstück
6 Mittagessen
8 Abendessen
Pool Party
Trip zum Burj Khalifa
Welcome Dinner
10 Workshops mit Isabella (_allebazi), Kira Noir, Sascha Meow, Elisabeth (Ms. Lizard), Nina Kozub und Vlada von polefitdubai
Dance Show
Dinner in the sky
Geschenketasche
Überraschungsevent
Transfer
Auf meiner Suche nach Pole Camps für euch, bin ich auf das Heels Pole Camp in Dubai gestoßen. Das Line-Up war so überzeugend, dass ich kurzer Hand Urlaub beantragt habe und meinen Mann davon überzeugt habe, dass das unser Sommerurlaub wird. Nachdem ich etwas Informationen gesammelt habe, mir die Verlinkungen und Nennungen der Pole Trainer angeschaut habe, habe ich der Veranstalterin geschrieben und das Camp gebucht. Da es nicht besonders viele Informationen und keine Webseite gab, blieb ein leicht mulmiges Gefühl übrig. Zur Anmeldung musste ich einen Fragebogen ausfüllen, in dem mein Level, meine Erfahrung, meine Präferenzen, Wünsche, Essenseinschränkungen und Allergien abgefragt wurden. Davon war ich wirklich positiv überrascht! Wie schon im Camp zuvor wurde ich in eine Whatsapp Gruppe eingeladen, in der man Fragen stellen konnte und später Informationen erhielt.
Im Vergleich zum letzten Pole Camp mit über 65 Teilnehmern waren wir dieses Mal nur 36 Personen, aufgeteilt auf drei Gruppen mit den Schwierigkeitsstufen Beginner, Intermediate/Advanced und Advanced. Mit mir inbegriffen hatten noch drei weitere Mädels Ihre Männer mitgenommen. Es wurde super international von Hongkong bis zu Niederlanden und daher wurde durchgehend Englisch gesprochen. Die Gruppen hatten immer tagsüber versetzt ihre Workshops und jede Pole wurde nur von einer Person besetzt, was für mich für Choreos mittlerweile eine Grundvoraussetzung für Camps geworden ist.
Der Zeitplan stand relativ früh fest und wurde nur einmal überarbeitet, was natürlich im Hinblick auf die zu buchenden Flüge essentiell war. Auf dem Plan stand neben der Uhrzeit auch der Trainer und der Raum bereits fest. Es standen außer am An- und Abreisetag jeden Tag 1-2 Workshops an. Perfekt, um noch genügend Zeit mit Sightseeing, Entspannen oder dem Partner zu verbringen.
Kosten(intransparenz)
Der Preis hat es definitiv in sich und hat mir regelmäßig erstaunte Gesichter eingebracht, wenn ich danach gefragt wurde. Ein geteiltes Doppelzimmer kostete 2190 € und wollte man das Zimmer für sich alleine haben, zahlte man 2390€. Für eine Begleitperson werden wurden zunächst nochmal 650 Dirham (ca. 160 Euro) fällig. Hinzu kamen natürlich noch die Zugtickets und Flüge in Höhe von knapp 780 Euro pro Person und ungeplanter Weise noch die Kosten für Mittag- und Abendessen. Doch dazu folgt später mehr!
Da ich aus dem vorherigen Pole Camp dazugelernt habe, habe ich eine Rechnung gefordert, bevor ich die letzte Rate bezahlt habe. Zukünftig werde ich diese vor der ersten Zahlung und unter Nennung der beinhalteten Verpflegung, Unterkunft und Aktivitäten anfordern. Diese kam nur auf Anforderung und musste mehrfach korrigiert werden, um steuerlich in Deutschland akzeptiert werden zu können.
Es wurde für uns eine Anzahlung von 480 Euro fällig. Die restliche Bezahlung erfolgte auf Raten mit festgelegten Terminen, welche ich auf einem Bestätigungsschreiben erhalten habe.
Dabei haben sich zwei Fehler auf dem Schreiben eingeschlichen. Einmal wurde nur eine Anzahlung von 475 Euro verrechnet und die letzten zwei Raten waren auf einmal im selben Monat fällig (was natürlich nicht stimmte). Sowas kann immer mal passieren und sofern sich dies nicht häuft, habe ich damit keinerlei Probleme. Leider komme ich hier schon zum ersten für mich sehr großen Kritikpunkt: die Fehler häuften sich und es fehlte vollkommen die Kostentransparenz im Hinblick auf meinen Partner.
Zunächst bekam ich am 13.10.2025 die Info, dass es für den Partner 650 Dirham kostet. Inkludiert seien alle Aktivitäten und Transfers. Mittag und Abendessen sei nicht möglich, da dies im Studio stattfände (s. Essen). Am 16.02.2025 hieß es plötzlich 205 Euro inklusive Frühstück, Welcome Dinner und Poolparty und am 22.02.2025 305 Euro inklusive Frühstück, Welcome Dinner und Beachparty. Am 12.03.2025 wurde ich gefragt, ob und wie viel ich für meinen Mann gezahlt hätte, bis zu dem Zeitpunkt hatte sich der Preis bereits auf 395 Euro erhöht. Stellt sich raus - andere Teilnehmerinnen haben 319 Euro für ihre Partner gezahlt. Da mein Partner zunächst aus Kapazitätsgründe nicht an der Bootstour teilnehmen können sollte, wählte ich stattdessen die Alternative Farewelldinner für 85 Euro (!!!!!) Aufpreis für ihn und wir verrechneten die Differenz einfach. Wie sich im Nachhinein rausstellte, kostete das Dinner für die Teilnehmer nur ca. 45 Euro....
Kurz vor dem Welcome Dinner wurde ich dann darauf hingewiesen, ich müsse extra zahlen, wenn mein Partner auch zum Welcome Dinner kommen wolle. Daraufhin folgte von mir ein knappes "ist bereits bezahlt", sowie die Rechnung, die dies auch auswies.
Nachdem wir schlussendlich doch zur Yachtparty wechseln konnten, musste ich um die Rücküberweisung der 85 Euro für das Farewell Dinner sowie die oben genannten 5 Euro der Anzahlung zusätzlich bitten. Warum die Teilnahme am Fairwell Dinner statt an der Yachtparty für ihn 85 Euro extra kosten sollte, erschließt sich mir bis heute nicht.
Einige Teilnehmerinnen äußerten, dass sie trotz Buchung eines Einzelzimmers denselben Preis wie für ein Doppelzimmer gezahlt hätten. Insgesamt war alles rund um das Thema Geld meiner Meinung nach extrem intransparent und undurchsichtig.
Unterkunft
Da wir etwas mehr Zeit zum Ankommen haben wollten, sind mein Mann und ich einen Tag vorher angereist und zunächst in der Business Bay Area im Renaissance Business Bay untergekommen. Am Folgetag sind wir dann in das vom Pole Camp gebuchte Hotel gefahren. Die anderen Mädels wurden direkt vom Flughafen per Bus ins Hotel gebracht. Hierzu wurden mehrere Transferslot vergeben, damit alle Mädels ungeachtet der Landezeit sicher im Hotel ankamen.
Glücklicherweise hatte ich mir die Hotelbuchungsbestätigung, die uns von der Veranstalterin zugesendet wurde genau angesehen. Diese benannte nämlich plötzlich das Taj Lake Towers. Ich dachte erstmal, ich hätte mich vertan und das falsche Hotel im Kopf gehabt, doch in den Chats war ausdrücklich vom Mövenpick Hotel die Rede. Die Änderung wurde uns nur so nicht mitgeteilt. Vergleicht man die Preise der Hotels sieht man, dass das Mövenpick auf den gängigen Plattformen im Schnitt etwas teurer ist.
Das Hotel machte dennoch einen tollen ersten Eindruck! Es war typisch Dubai: klimatisiert, luxuriös, groß und elegant. Nach dem Check-In kam für uns der erste Schock - wir haben ein Zimmer mit zwei Einzelbetten erhalten. Alle für das Pole Camp reservierten Zimmer waren Zwei-Bett-Zimmer, was ich auch absolut nachvollziehen kann. Jedoch hätte ich mir gewünscht, das hier für Paare etwas mitgedacht wird. Eine Umbuchung war nicht möglich, da das Hotel ausgebucht war. Also, haben wir uns damit arrangiert und zum ersten Mal seit über 12 Jahren in getrennten Betten geschlafen :D

Das Zimmer war deutlich kleiner als das vorherige im Renaissance. Es war sehr sauber und recht modern. Die Ausstattung war sehr hochwertig und das Bett sehr bequem.

Davon, durch eine riesige durchsichtige(!!!) Fensterscheibe getrennt, befand sich das Bad im vorderen Teil des Zimmers. Zum Glück hatte das Bad sonst eine normale Tür und wir konnten am Fenster ein Rollo runterfahren :D Mit Dusche, Badewanne und - wer hätte es gedacht - eine durch eine weitere getönte jedoch durchsichtige(!!) Glasscheibe -getrennte Toilette, hatten wir hier alles was wir benötigten. Alles wirkte sehr hochwertig und es wurde zweimal am Tag das Zimmer gereinigt und die Handtücher gewechselt. Nach dem Pole Camp in Polen war das eine mehr als willkommene Überraschung!
Das Hotel besaß 46 Stockwerke und auf dem obersten Stockwerk befand sich ein wirklich schöner Infinity-Pool bei Tag und Bar bei Nacht. Des Weiteren befanden sich auch noch Restaurants im Hotel mit etwas erhöhten Preisen, jedoch wurde uns 20% Rabatt als Pole Camp Teilnehmer gewährt.
Überraschenderweise stellten wir fest, dass alle Trainer in einem anderen Hotel untergebracht wurden.
Essen
Entgegen der ursprünglichen Information als ich das Camp gebucht habe, war im Pole Camp plötzlich nur das Frühstück enthalten. Abgemacht war Frühstück im Hotel und Mittags-, Abendessen und Snacks im Pole Studio.
Das Frühstück bestand aus einem reichhaltigen Buffet und der Möglichkeit diverse Leckereien wie Avocadotoast und Ei Benedict kostenlos Á la carte zu bestellen. Der Service war super und daran war wirklich absolut nichts auszusetzen.
Doch was mich ehrlich sehr stark enttäuscht hat, war das "Essensangebot" im Studio, wenn man dies überhaupt so nennen konnte. Dieses bestand aus wenigen Äpfeln, teilweise geplatzten oder schwarzen Bananen, Schokoriegeln und hin und wieder weiteren Früchten. Häufig habe ich davon jedoch kaum etwas abbekommen, da die Schalen nach dem Workshop schon relativ leer waren. Da zwischen den Workshops und anderen Aktivitäten teilweise keinerlei Zeit bestand, bedeutete dies, dass die Mädels nach mehr als 3 Stunden Training bei einem Wetter mit über 40 Grad hungrig unterwegs waren. Zusätzlich kamen so ungeplant weitere Kosten für zwei Mahlzeiten pro Tag in einer sehr teuren Stadt auf. Im Laufe des Camps würde mir erzählt, dass die Trainer jedoch voll verpflegt und abends sogar in teure und angesagte Restaurants eingeladen wurden.
Workshops
Die Gruppen wurden jeweils zu ihren Workshops im Pole Studio in einem Kleinbus hin- und zurück gefahren. Da wir beim ersten Transport aufgrund des Verkehrs viel zu spät kamen, wurde beschlossen, dass der Transport ab dann 60-90 Minuten vor den Workshops stattfinden sollte. Dadurch hat man leider viel Zeit verloren. Es gab Listen mit den Teilnehmern, die bei einer Fahrt dabei sein sollten. Jedoch wusste irgendwie nie jemand so wirklich, ob alle anwesend waren, weil doch wer kurzfristig abgesagt hatte.
Der Unterricht fand in einem klimatisierten Pole Studio in einem Pole Raum mit 13 Stangen und einem kleinen Raum ohne Poles statt. Es gab einen kleinen Vorraum mit Sitzmöglichkeiten, Kaffee, Wasser und den besagten Snacks.
Jede Gruppe hat schlussendlich statt 10 11 Workshops, wovon am Ende jedoch in meiner Gruppe nur 9 und in anderen Gruppen sogar nur 8 an der Pole waren. Uns wurde mitgeteilt, dass die Änderungen so kurzfristig waren, dass selbst die Trainer nichts davon wussten und etwas neues vorbereiten mussten. Der Ärger war sehr groß, denn man bucht ein Exotic Line Up ja nicht, um schlussendlich Floorwork mit den begabtesten Exotic Pole Dancern zu machen.
Jeder Workshop für sich war aufgrund der Hitze und des Levels extrem herausfordernd, aber unfassbar bereichernd und spaßig! Es war - ähnlich wie in Polen - mal wieder sehr hardstylelastig und alle Workshops bis auf einen beinhalteten das Erlernen einer Choreo. Die Trainer haben sich auf jeden Fall alle viel Zeit für Ihre Choreokonzeption genommen und viel Arbeit in die Vorbereitung der Workshops gesteckt. Jeder Stil hat sich wie immer extrem unterschieden und es war sehr interessant von den besten der Besten zu lernen. Alleine schon das zuschauen, wenn die Trainer die Choreos vorgezeigt haben, löste absolute Begeisterung aus! Das Tempo war oft sehr hoch und die Choreos sehr komplex, insbesondere für diejenigen unter uns, die sonst selten Choreos erlernten. Ich konnte feststellen, dass es mir seit dem Pole Camp in Polen noch leichter fiel, neue Choreos zu lernen.
Die Level innerhalb unserer Gruppe und auch der anderen fortgeschrittenen Gruppe waren sehr unterschiedlich. Von jahrelang hauptberuflichen Trainern bis zu "ich mache Pole seit 2 Jahren" hatten wir alles in Advanced. Ich habe von einigen erfahren, dass sie explizit gefordert hatten, in eine leichtere Gruppe zu kommen, der Wunsch jedoch ignoriert wurde. Auch ich habe mich selbst nicht in der Kategorie Advanced eingestuft, dachte jedoch ich versuch mein Glück, wenn sie mich so einteilt. Es war wirklich schwer, jedoch auch sehr lehrreich. Dennoch würde ich mich zukünftig vermutlich in eine leichtere Gruppe einstufen lassen, um mich mehr auf die Ausführung konzentrieren zu können.
Was ich persönlich extrem unterschätzt hatte, war die Hitze. Dadurch, dass die Workshops manchmal erst Abends stattfanden, hatte man zu dem Zeitpunkt schon einen ganzen Tag in mehr als 40 Grad verbracht. Oder man hatte die Workshops während der heißesten Zeit des Tages und es war trotz Klima wirklich sehr heiß im Raum. Ich war oft wirklich stark erschöpf und obwohl dieses Pole Camp pro Tag deutlich weniger Stunden hatte als das in Polen, empfand ich es definitiv nicht als weniger anstrengend, vielleicht sogar als anstrengender. Ich war sehr froh, mitten im Pole Camp eine Massage geplant zu haben und kann nur jedem dazu raten, um die Muskeln zu entspannen und Verspannungen zu lösen.
Aktivität #1: Willkommensdinner
Zu allen Aktivitäten und den Workshops wurde ein Transfer für uns organisiert, so auch zum Willkommensdinner. Sehr extravagant wurden wir in einer weißen und die Trainer + Veranstalter in einer pinken Stretchlimosine abgeholt. Es war mein erstes Mal in einer Limosine und natürlich war es erstmal cool sowas mal zu erleben. Da dies das erste Aufeinandertreffen war, war die Stimmung wie üblich eher awkward und nachdem die Musik lauter wurde, war eine Unterhaltung etwas schwierig. An sich war es eine wirklich coole Idee, jedoch kann ich mir vorstellen, dass eine Limo als Transfer zum Abschluss, z.B. am vorletzten oder letzten Tag, z.B. nach der Yachtparty, deutlich besser gewesen wäre. Die Idee an sich war toll und so wäre das vermutlich eine Partyfahrt mit richtig guter Stimmung geworden!
Das Restaurant lag auf der Palmeninsel und war wirklich schön. Es war ein ganzer Bereich für uns reserviert und wir setzten uns an zwei große Tische und weitere vereinzelte. Uns wurde direkt die Cocktailkarte gereicht und Getränkebestellungen aufgenommen, leider ohne uns zu sagen, dass die Cocktails 20 Euro kosteten und nicht übernommen werden würden. Wir erfuhren erst im Nachhinein, dass nur Wasser und Sekt inkludiert waren. Das Essen wurde geteilt und hätte etwas mehr sein können, jedoch war es alles in allem lecker.
Danach wurden Geschenketaschen verteilt. Jede Teilnehmerin hat einen wirklich schönen Bikini, eine kurze Leggings und ein Top einer Fast Fashion Marke und ein mit dem Logo bedrucktes Oberteil erhalten. Die Veranstalter saßen mit allen Trainern an einem Tisch, sodass man die Trainer leider nicht näher kennen lernen konnte. Schlussendlich bildeten sich kleine Gruppen, die jeweils mit einem normalen Transport ins Hotel gefahren wurden, sobald sie das wollten.
Aktivität#2: Global Village
Worauf man jedoch definitiv hätte verzichten können? Ein Besuch des Global Village. In kleinen Transporten wurden wir hingefahren und hatten auch die günstigen Tickets bezahlt bekommen. Die Trainer waren nicht dabei. Es sah toll aus - das wars jedoch auch schon. Die ganze Anlage war in Länder aufgeteilt, welche man durch große Torbogen betreten konnte. Im Endeffekt wurde in den meisten "Ländern" kaum etwas landübliches verkauft, sondern nur Ramsch, Parfum und Essen (oft ebenfalls nicht wirklich landesüblich). Wie auf einem Basar wurde man beim Betreten von allen Seiten dermaßen aggressiv auf das Angebot aufmerksam gemacht, dass man sich nicht in Ruhe umgucken konnte . Wir haben mehrere "Länder" wie Europa, Amerika und Jordanien betreten, doch es war überall das selbe. Daher wollten wir nicht auf den vereinbarten Abholzeitpunkt warten und konnten zum Glück auch früher fahren. Soweit ich es mitbekommen habe, ging es den anderen Mädels ähnlich.
Aktivität#3: Wüstensafari
Da es eine allgemeine Hitzewarnung der Behörden gab, haben sich viele Teilnehmer entschieden nicht mitzukommen. Man sollte das Haus zwischen 10 und 15 Uhr nicht verlassen und auch danach waren es über 40 Grad. Es wurde vorher mehrfach darauf hingewiesen und um eine Alternative geben, dies wurde jedoch von den Veranstaltern nicht berücksichtigt. Daher waren wir eine sehr kleine Gruppe - ebenfalls ohne Trainer. Ich hatte zudem das Glück nicht in der Gruppe zu sein, die direkt nach 3 Stunden Workshops ungeduscht und ohne Essen die Tour antreten musste.
Wir wurden mit zwei Jeeps abgeholt und fuhren ca. eine Stunde bis zu einer Anlage. Dort wurde gegen Gebühr angeboten selbst ein Quad in einer geführten Tour durch die Wüste zu fahren. Ich empfehle hierfür eine Sonnenbrille sowie ein Tuch, dass man sich um dem Mund und die Nase binden kann. Die werden auch vor Ort verkauft, jedoch recht teuer.
Danach ging es in den Jeeps weiter. Es wurde Druck aus den Reifen gelassen und schon begann mit moderner arabischer Remix-Musik eine 30 minütige Tour quer durch die Wüste. Es hat wirklich sehr viel Spaß gemacht und wir wurden wiederholt mit Wasser versorgt. Der nächste Halt war mitten in der Wüste. Dort konnten wir Sandboarden - quasi mit einem Snowboard die Düne herunterfahren - und Fotos (mit einem Falken) machen.
Hiernach fuhren wir in ins Camp, wo wir gegen 19 Uhr gut mit Essen und Getränken versorgt wurden und eine tolle Show mit Bauchtänzern und Feuerspukern betrachten konnten. Alles in allem war das ein wirklich schönes Erlebnis!
Aktivität#4: Yachtaparty / Fairwell Dinner
Man hatte die Wahl zwischen der Teilnahme an der Yachtparty, einem Showdinner und einem Fairwell Dinner. Wir entschieden uns sehr früh für die Yachtparty.
Aufgrund der Wetterwarnung sagten auch hier im Laufe des Tages viele in der Whatsapp-Gruppe ab. Kurz vor der Party wurde plötzlich intensiv thematisiert, ob mein Mann mit auf die Yacht kommen würde. Es war wohl einigen Teilnehmerinnen nicht bekannt gewesen, bzw. sogar gesagt worden, dass nur Frauen an Board sein sollten. Da neben meinem Mann jedoch noch die gesamte männliche Crew, der Fotograf und der Yachtführer an Board gehen würden, endete diese Diskussion mit einer Absage seitens der Teilnehmerin. Es war das erste Mal, dass wir die Trainerinnen, wenn auch nur zwei, da alle anderen abgesagt hatten, außerhalb der Workshops sehen sollten.
Die Yacht war sehr modern und groß. Es gab unten einen klimatisierten Raum, sowie Subway-Wraps, Snacks, Süßes und Getränke. Auf dem Deck war viel Platz und ein Whirlpool. Nach einiger Zeit legten wir an und sprangen ins Wasser. Es war eine wirklich tolle Abkühlung und wir erhielten süße, mit Pole Motiven bedruckte, Handtücher zum abtrocknen. Ich wurde gefragt, wie ich das Pole Camp denn fand. Ich äußerte, dass es an sich wirklich viel positives jedoch auch einige negative Aspekte gab. Im Nachhinein erfuhr ich, dass die Veranstalterin mich angesprochen hatte. Zu dem Zeitpunkt hatte ich die Veranstalterin nämlich noch kein einziges Mal zu Gesicht bekommen bzw. hatte sie sich nicht vorgestellt und ich hatte kein Gesicht zu ihr. Soweit ich es mitbekommen habe, war sie bei den Workshops und Ausflügen sonst nicht persönlich anwesend.
Endlich konnte man sich auch mal unter den Gruppen kennenlernen und es kam allmählich ein Gefühl von Community auf. Es wurden Spiele gespielt, getrunken und viel getanzt. Die Stimmung war am Ende wirklich klasse und wir waren enttäuscht, dass das ganze bereits nach 2,5 Stunden vorbei war. Die Stimmung hatte ihr hoch erreicht als wir anlegten und das Schiff verlassen mussten.
In der Whatsapp-Gruppe wurde angeboten, dass man für 45 Euro zusätzlich auch an dem Fairwell-Dinner in einem Restaurant/ Bar teilnehmen konnte. Auf Rückfrage unsererseits wurde gestattet, dass wir ohne Gebühr teilnehmen konnten, wenn wir für Getränke und Co. selbst zahlen würden. Es sollten alle Trainerinnen anwesend sein.
Das nachfolgende Thema war Thema Nr. 1 bei dem Dinner, insbesondere da die Veranstalterin nicht erschienen ist. Nach dem anfänglichen Schock legte sich das Thema und man kam mit den anderen Teilnehmerinnen und den Trainerinnen ins Gespräch. Es war die Art von Veranstaltung, von der ich mir zur Community-Bildung mehr gewünscht hätte. Es wurde ein wirklich schöner Abend in einer sehr großen Gruppe und da es keine offizielle Verabschiedung gab, konnte man sich hier gebührend bedanken und verabschieden.
Umgang mit Kritik
Am morgen des vorletzten Tag ging alles drunter und drüber. Innerhalb der Gruppen wurden viele Kritikpunkte angesprochen und so entschieden sich mehrere der Teilnehmerinnen ihre Kritik in der Whatsapp-Gruppe an die Veranstalter zu adressieren. Die Kritik war ausführlich, etwas provokativ, jedoch dennoch sehr objektiv formuliert. Es ging hauptsächlich um:
die falsche Leveleinteilung,
die fehlende Begrüßung,
schlechte Organisation und Kommunikation,
die fehlende Community-Bildung,
das Filmen von Schülerinnen, die nicht gefilmt werden wollten,
der Zwei-Klassen-Behandlung von Teilnehmerinnen und Trainer
dem Ignorieren einer amtlichen Wetterwarnung und schlechter Klimatisierung
der Preisintransparenz
dem Nichterbringen der versprochenen Leistung (z.B. Frühstück statt Vollverpflegung)
Meiner Meinung nach handelte es sich um absolut gerechtfertigte Kritik. Es wurde die Rückerstattung von Geld gefordert, da die versprochene Leistung nicht erbracht wurde. Auf all dies wurde jedoch nicht eingegangen, stattdessen wurde nur ein Werbevideo des Polecamps geschickt.
Auf der Fahrt zum Farewell Dinner wurde es im Van plötzlich laut. Da ich kein Internet hatte, zeigte mir eine Freundin die Story der Veranstalterin - gepostet auf dem Retreat-Account. Im Großen und Ganzen schrieb sie, dass sie keine Pole Camps mehr veranstalten wollte, da sie die Camps zum Teil aus Ihrer eigenen Tasche finanziert hätte und sich die Teilnehmer trotz 5 Sterne-Hotel, Aktivitäten, Transfer und inkludiertem Alkohol beschweren würden. Mir persönlich wäre eine gute Verpflegung deutlich wichtiger als Alkohol zu den Veranstaltungen gewesen. Mehrere Teilnehmer berichteten, dass Screenshots aus der Whatsapp-Gruppe inklusive Profilbildern und Namen in der Story der Veranstalterin zu sehen waren. Dies und ähnliches zog sich tatsächlich noch tagelang nach dem Camp. Es kam sogar soweit, dass gefordert und auch erreicht wurde, eine Kritikerin auf Insta zu sperren. In den sozialen Medien kam es im Nachgang zu hitzigen Diskussionen – auch mit Bezug auf andere Pole Dancer*innen und Camps.
Fazit: Mein Pole Camp Erlebnis - eine Achterbahnfahrt
Mein fünftes Pole Camp war ohne Frage ein Erlebnis, das in Erinnerung bleibt – aus den verschiedensten Gründen. Auf der einen Seite standen Sonne, Luxus und ein Line-Up, das für jeden Heels-Pole-Fan ein absoluter Traum war. Die Workshops mit international gefeierten Trainerinnen waren intensiv, herausfordernd und inspirierend. Ich konnte viel lernen, habe mich weiterentwickelt und auch menschlich schöne Begegnungen erlebt.
Doch auf der anderen Seite gab es auch erhebliche organisatorische Schwächen, unklare Kommunikation und eine auffallende Intransparenz bei den Kosten. Vor allem im Umgang mit Kritik und bei der Abweichung von ursprünglich angekündigten Leistungen wurde deutlich, dass es noch viel Luft nach oben gibt – gerade wenn ein Event mit solch hohem Anspruch und Preis beworben wird.
Ob das Camp sein Luxus-Versprechen also halten konnte? Jein. Die Location war toll, das Training großartig – aber Service, Kommunikation und Professionalität müssen sich an den selbst gesetzten Standards messen lassen. Es war definitiv ein Camp der Extreme: zwischen Traumurlaub und Kommunikationsdesaster, zwischen Inspiration und Frust.
Würde ich wieder teilnehmen? Vielleicht – aber nur, wenn sich im Hinblick auf Transparenz, Organisation und Umgangston einiges ändert. Mein Learning: Luxus bedeutet nicht nur teure Hotels und schicke Events, sondern vor allem Respekt, Klarheit und Verlässlichkeit im Umgang mit zahlenden Teilnehmer*innen.
Fandest du den Bericht spannend und würdest du gerne mehr über meine anderen Erlebnisse lesen? Dann schreib es mir gerne in die Kommentare!








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